Jan de Hartog - Thalassa
Die ewige Geliebte - das Meer
Büchergilde Gutenberg Wien 1957
317 Seiten
Dieser Roman des 1914 geborenen Holländers Jan de Hartog handelt von Thalassa, dem Meer, und jungen Männern, die der zweite Weltkrieg übrigließ. Kreuz und quer reist der junge holländische Schlepperkapitän nach Kriegsende durch die Länder Westeuropas, um die Gefährten der Vergangenheit aufzusuchen, die ehemaligen Mitglieder seiner Besatzung. Einige sind inzwischen biedere Bürger mit Heiratsabsichten und bescheidenen Ambitionen geworden, andere treiben wie er selbst rat- und ziellos durch eine ihnen fremd gewordene Welt. Bei dem Steuermann Maurice und seiner Bande, die auf einem ausgedienten Schiff das Mittelmeer befahren, findet der Kapitän die alte Kameraderie der Kriegs jähre und eine neue Lebenshaltung: die fröhlich-zynische Unbekümmertheit derer, die sich selbst als eine verlorene Generation betrachten. Die Wunder des Meeres haben sie in ihren Bann gezogen: inmitten phantastischer Tiefseelandschaften machen sie mit Flossen und Tauchapparat Jagd auf die Pneus gesunkener Jeeps, auf Rochen und Tintenfische. Die Verzauberung endet, als Maurice das Opfer seiner lebensverachtenden Tollkühnheit wird; die Flucht in das Außenseiterdasein erweist sich als Irrweg. Die wache Vernunft seiner Freundin June hilft dem Kapitän, den Weg in die Welt harter Realitäten zurückzufinden: er entschließt sich, noch einmal als Lernender zu beginnen, um es dereinst den alten erfahrenen Schlepperkapitänen gleichtun zu können.
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