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Secondhandmode liegt im Trend

Secondhandmode liegt im Trend

02. September 2021

Wussten Sie, dass der 25. September der nationale Secondhand Day ist? An diesem Tag finden schweizweit Sensibilisierungskampagnen und Flohmärkte statt, um verschiedensten Gegenständen ein zweites Leben zu ermöglichen. Nur ein kurzlebiger Trend? Danach sieht es nicht aus, wenn man bedenkt, dass beispielsweise der Slow-Fashion-Markt jedes Jahr weltweit um 12 % wächst.

Diesen rasanten Aufschwung schreibt man generell dem neu erwachten Umweltbewusstsein zu. Schliesslich ist allgemein bekannt, dass die Textilindustrie einen Grossteil zur Verschmutzung des Planeten beiträgt. Aber die ökologische Auswirkung allein erklärt den Boom der Secondhandmode noch nicht.

Um mehr darüber zu erfahren, haben wir Jessica, die in Fribourg eine Secondhandboutique für Frauen betreibt, ein paar Fragen gestellt.

Das Budget im Auge behalten

Für Jessica gibt es keinen Zweifel: «Die erste Motivation meiner Kundinnen ist der Preis. Secondhandmode ist deutlich günstiger als jene, die man in der Auslage der grossen Handelsketten findet. Man profitiert von bis zu 60 % Preisreduktion – beispielsweise für eine zweimal getragene Marken-Lederjacke.» Secondhandmode ist also ein gutes Mittel, um weniger auszugeben und gleichzeitig regelmässig die Garderobe zu erneuern. Denn in der Welt der Gebrauchtware sind gute Geschäfte die Regel. «Ich stelle jede Woche neue Kleider zum Verkauf. Die Artikel werden hier genauso regelmässig erneuert wie in einem traditionellen Shop.» Dieses Phänomen lässt sich auch in den Onlineshops beobachten. Auf anibis.ch können Sie aus über 87’000 Kleidungsstücken auswählen.

Secondhand ist genauso interessant wie Neuware

Ob Sie einen schwarzen Pareo suchen, einen Sonnenhut, bunte Espadrilles oder ein Brautkleid: Heutzutage finden Sie alles in Secondhandshops oder online. Das Prinzip ist ziemlich einfach: Alles, was als Neuware verfügbar ist, findet sich schnell als Secondhandmode wieder. Warum? «Kundinnen kaufen zum Beispiel ein neues Kleid und stellen dann fest, dass es zu gross ist», verrät Jessica. «Manchmal sind sie von der Farbe enttäuscht oder sie wollen sich aus einem anderen Grund davon trennen. Ein solcher Artikel landet dann schnell bei mir oder im Internet. Das macht den Secondhandmarkt sehr dynamisch.»

Auf der Jagd nach Vintage-Mode

Ein langes Sommerkleid mit einem Vintage-Print oder echte 80er-Jahre-Stiefeletten findet man nicht nur in der Vintage-Boutique oder in einem entsprechenden Onlineshop. Abseits des durch Fast Fashion zum Standard gewordenen Massenkonsums finden Modefans bei der Secondhandware authentische Teile, die gemäss der Shopleiterin aus Fribourg sehr gefragt sind: «Die Vintage-Kleider, die ich anbiete, erzählen eine Geschichte – sie haben ein gewisses Etwas, das meine Kundinnen schätzen. Sie kaufen gerne Modelle, die man nicht an jeder Strassenecke findet.»

Ein Markt für zeitlose Klassiker

«In der Welt der Secondhandware gibt es starke, zeitlose Artikel, die alle Trends überdauern und zu den Klassikern gehören. Das kann ein Kleidungsstück oder ein Accessoire sein, das sich durch seine Farbe, seinen Schnitt oder seine Originalität auszeichnet.» Pumps im Leopardenmuster, eine Lederjacke oder ein klassisches schwarzes Kleid sind Teile, die einem Look Selbstbewusstsein und Eleganz verleihen – und sie sind die Stars der Secondhandmode: «Nicht zuletzt, weil Sie sie auch weiterverkaufen können!»

Mode ist eine Frage der Kreativität

Manchmal ist weniger einfach mehr. Vor allem, wenn es um Mode geht. Béa Johnson, die Vorreiterin der Bewegung Zero Waste Home, hat es klar formuliert: «Eine kleine Garderobe bietet Unmengen an Outfit-Möglichkeiten.» Indem sie die Träger ihres schwarzen Kleids unterschiedlich knüpft, kann sie es auf 22 verschiedene Arten tragen. Mit einem klassischen Männerhemd kreiert sie 50 verschiedene Outfits. Jessica stellt diesen Trend auch in ihrer Boutique fest: «Die Kundinnen sind sich immer mehr bewusst, dass es sich lohnt, gut geschnittene Kleider aus hochwertigem Material zu kaufen. Mit den richtigen Accessoires lassen sich diese dann unterschiedlich stylen.»

Besser für die Gesundheit

In neu gekaufter Kleidung stecken zahlreiche toxische Stoffe wie Blei oder Nickel, die ausserdem beim Waschen ins Wasser gelangen. Da Secondhandkleider schon mehrfach getragen und gewaschen wurden, sind sie weniger schädlich für unsere Gesundheit – vor allem jene von Kindern. «Das habe ich bereits öfters gehört, und es ist ein begründetes Argument. Meiner Meinung nach zeigt sich an Secondhandkleidung auch ihre hohe Qualität, da sie den Test der Zeit sowie mehrere Waschgänge überstanden hat.»

Überzeugt von den Vorteilen der Secondhandmode? Dann haben wir noch drei Tipps für Sie, bevor Sie sich auf die Jagd nach Ihrem Herbstoutfit begeben.

Als Erstes darf man sich nicht in der Fülle der Angebote verlieren, die sich auf den unterschiedlichen Websites finden: Erstellen Sie zunächst eine Liste mit dem, was Sie suchen. Zweitens sollten Sie nicht vergessen, dass die Preise oft verhandelbar sind. Und drittens: Wenn es ein bestimmtes Kleidungsstück gibt, das Sie haben wollen, aber nicht sofort finden, machen Sie sich immer wieder erneut auf die Suche. Beharrlichkeit und Geduld zahlen sich oft aus.